Neujahrswünsche

Ich werde nie wieder etwas essen, schon gar nichts Süßes.
Die Luft der Liebe, die ich derzeit suche, wird mir reichen. Ich stopfe mir stattdessen den Bauch mit Pfefferkuchen voll. Nein, nein, bloß keine Pfefferkuchen; gibt’s noch Punsch?
Das ist das Einzige, was ich jetzt in meinem beschissenen Zustand gebrauchen kann. Ich hole tief Luft und erinnere mich an den Yogakurs vor drei Jahren, in dem das Ausatmen immer besonders zelebriert wurde. Ausatmen, gehen lassen, loslassen, abgeben – immer durch die leicht geschürzten Lippen, immer von ganz unten aus dem Bauch, immer schön langsam; aber auf jeden Fall und unbedingt täglich zwischen den Jahren.
Dann gelingt das neue Jahr und ich werde endlich mit ihm glücklich werden, auch wenn er noch nichts davon weiß. Ich werde mit Wunderkerzen die Wünsche in den Wind schreiben. Kannste sowieso in den Wind schreiben, Neujahrswünsche. Aber Altjahreswünsche wären auch nicht viel besser; dann lieber gar nichts. Vornehmen kann ich mir schließlich jeden Tag was und morgen fange ich damit an.

 

Wir haben uns erlaubt mit dem letzten Blogbeitrag des Jahres ein wenig Schabernack zu treiben. Satz für Satz aneinandergereiht wie früher die lustig zusammengewürfelten Zettelsätze a la „Fritz isst lustige Regenwürmer“ haben wir euch gemeinsam einen Text geschrieben. Die Neujahrswünsche sind das Ergebnis und damit wünschen wir euch einen grandiosen Start ins neue Jahr! Eure freundeunbekannte Korbinian, Dina und Michael Elias.

Veröffentlicht von

Dina

Dina H. wurde an einem stürmischen Novembertag im Jahre 1986 geboren. Sie lebt und arbeitet in Leipzig. Elias Canetti, Max Frisch und Nikolai W. Gogol zählt sie zu ihren engsten Freunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.