betonschädellektion

einmal das hirn geschaukelt
in dieser kühlen nacht ende august.
ein rinnsal blut läuft die schläfe entlang und will nicht versiegen,
eisbeutelturban,
auf den boden gesunken, verstummt,
während sich stimmen erheben,
leise, bestimmend, fragend und panisch.
der rettungssanitäter glotzt neidisch auf gerollte schinkenfeige und die königsberger klopse,
reicht mir die hand, sucht einen puls, der in der kälte meiner fingerspitzen erfroren scheint.
verbandsturban.
wie ist ihr name? alter? schwanger? alkohol?

nun das warten im keller ohne empfang,
ein mann ohne hand, eine frau, gekrümmt, ein mann mit augen so groß wie ein riesenrad,
ein mann, mit doppelgips, ein mann mit sauerstoffmaske, der fragt, wann er endlich
nach hause darf.
musik wäre schön im wachtraum zwischen dem weiß hier,
ein streichkonzert vielleicht oder metal.

röntgen, rasur, desinfektion,
betäubung bleibt aus, denn
schneider meck meck meck näht eins, zwei, drei,
während mich´s schüttelt vor kälte und zähne klappern.

das blut hinfort von hose und vom gesicht,
nun lache ich lauthals und klappere und plappere dummes zeug über haifischfilme und schokoladenkuchen bis ich endlich einschlafe,
im nebenraum von nirgendwo.

Veröffentlicht von

Dina

Dina H. wurde an einem stürmischen Novembertag im Jahre 1986 geboren. Sie lebt und arbeitet in Leipzig. Elias Canetti, Max Frisch und Nikolai W. Gogol zählt sie zu ihren engsten Freunden.

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